Trinkwasserinstallation: Sicherheit durch die richtige Werkstoffwahl

Die Wahl des passenden Werkstoffs ist entscheidend für eine hygienische, langlebige und wirtschaftliche Trinkwasserinstallation. Unterschiedliche Materialien bieten optimale Eigenschaften für verschiedene Einsatzbereiche. Edelstahl (Sanpress Inox) ist besonders für sensible Anwendungen geeignet, während Kupfer (Profipress) als vielseitiger Klassiker überzeugt. Rotguss und Siliziumbronze (Sanpress) zeichnen sich durch ihre Widerstandsfähigkeit aus, und moderne Kunststofflösungen (Raxofix) bieten hohe Flexibilität und Wirtschaftlichkeit.

Werkstoffauswahl – Wichtige Kriterien

Bereits in der Planungsphase müssen Werkstoffe sorgfältig ausgewählt werden, um langfristig einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Entscheidend sind dabei:

pH-Wert des
Trinkwassers

Der Einsatz von Kupfer ist beispielsweise stark abhängig vom pH-Wert des Trinkwassers.

Chlorkonzentration
 

Hohe Werte, etwa bei Stoßdesinfektionen, können bestimmte Materialien beeinträchtigen.

Temperaturbeständigkeit
 

Besonders wichtig für Warmwassersysteme.

Längenausdehnung und
mechanische Stabilität

Vor allem bei Kunststoffrohren relevant.

Geeignete Systeme für normgerechte Installationen

Pressverbindersysteme sorgen für zuverlässige und dichte Verbindungen. Für normgerechte Trinkwasserinstallationen nach DIN 1988-200 und EN 806-2 sind unter anderem folgende Systeme geeignet:

Diese Systeme bestehen aus hochwertigen Rohrmaterialien wie Kupfer, Edelstahl, PE-X oder Verbundwerkstoffen und werden mit mechanisch dichtenden Verbindern aus Rotguss, Edelstahl oder Siliziumbronze kombiniert.

Metallene Werkstoffe und ihre Anforderungen

Das Umweltbundesamt (UBA) legt Bewertungsgrundlagen für Werkstoffe fest, die für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet sind. Dabei werden zum Teil auch Anwendungsbereiche und -grenzen festgelegt, innerhalb derer der Werkstoff nur eingesetzt werden darf.

Nicht zugelassen sind:

  • Blei – Muss bis zum 12. Januar 2026 aus Altanlagen entfernt werden, da es gesundheitsgefährdend ist (TrinkwV § 17). In Deutschland gilt ab dem 12. Januar 2028 der abgesenkte Grenzwert für Blei von 5,0 µg/l im Trinkwasser. Es muss sichergestellt sein, dass ab diesem Zeitpunkt keine Produkte mehr eingebaut werden, die zu einer Überschreitung dieses Grenzwertes führen. Deshalb können Produkte aus bestimmten bleihaltigen Legierungen, die aktuell noch in der Positivliste der UBA-Bewertungsgrundlage für metallene Werkstoffe aufgeführt sind, ab dem 12. Januar 2028 nicht mehr für die Errichtung oder Instandhaltung von Wasserversorgungsanlagen in Deutschland verwendet werden.

  • Silber – Darf nicht als Metall im Kontakt mit Trinkwasser verwendet werden.

Hygienische Anforderungen an Werkstoffe und Materialien in Kontakt mit Trinkwasser

Bislang legt das Umweltbundesamt (UBA) auf Grundlage des § 15 Trinkwasserverordnung (TrinkwV) Anforderungen an Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser fest. Zu diesem Zweck hat das UBA folgende drei verbindlich geltenden materialspezifischen Bewertungsgrundlagen (BWGL) veröffentlicht: 

Für metallene Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser (Metall-BWGL).
Für Emails und keramische Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser (Email/Keramik-BWGL)
Für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser (KTW-BWGL)

Weitere Informationen dazu finden sich auf den Seiten des Umweltbundesamts.

Die beschriebene nationale Rechtslage wird zukünftig (ab dem 31. Dezember 2026) durch einen neuen europäischen Rechtsrahmen für Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser abgelöst. Spätestens ab dem 31. Dezember 2032 dürfen dann Produkte für den Kontakt mit Trinkwasser nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn sie den europäischen Anforderungen entsprechen und dementsprechend gekennzeichnet sind. Die Einhaltung der Anforderungen wird im Rahmen der Marktüberwachung kontrolliert.

Produkte, die nach dem 31. Dezember 2026 erstmals in Verkehr gebracht werden, müssen nach dem europäischen Verfahren zertifiziert und gekennzeichnet sein. Diese Produkte können in allen EU-Mitgliedstaaten verwendet werden.

Produkte, für die bis zum 31. Dezember 2026 eine ordnungsgemäße Konformitätsbescheinigung (Zertifikat oder Eigenerklärung des Herstellers) auf der Grundlage der UBA-Bewertungsgrundlagen und/oder anderer nationaler Regelwerke ausgestellt wurde, müssen ab dem 31. Dezember 2032 nach dem europäischen Verfahren zertifiziert werden.

Feuerverzinkte Eisenwerkstoffe – Nur eingeschränkt nutzbar

Feuerverzinkte Stahlrohre dürfen nur unter bestimmten Bedingungen und dann nur für Trinkwasser kalt verwendet werden, wenn:

  • die Basenkapazität KB ≥ 8,2−0,2 mol/m³ beträgt
  • der Neutralsalzquotient s1 < 1 ist

Für Warmwasserinstallationen sind sie nicht zugelassen, da erhöhte Temperaturen die Korrosionsanfälligkeit verstärken und zu Ablagerungen führen können. Zudem können bei Gewindeverbindungen blanke Schnittkanten entstehen, die die Schutzverzinkung durchbrechen und zu Krustationsbildung und Korrosion führen.

Mischinstallationen – Was ist zu beachten?

Die Kombination verschiedener Werkstoffe ist nach DIN 1988-200 erlaubt, erfordert aber besondere Sorgfalt. Wichtig ist dabei die Fließregel, die das Risiko von Kontaktkorrosion minimiert:

  • Unedlere Metalle (z. B. verzinkter Stahl) sollten vor edleren Metallen (z. B. Kupfer, Edelstahl) durchströmt werden.
  • Bei der Verbindung von Kupfer und verzinktem Stahl sind Trennstücke aus Rotguss nötig, um Korrosionsrisiken zu minimieren.

Bei Sanierungen oder Teilerneuerungen von Altanlagen muss darauf geachtet werden, dass keine Werkstoffkombinationen entstehen, die durch unterschiedliche elektrochemische Eigenschaften zu verstärkter Materialzerstörung führen könnten.

Die richtige Materialwahl sichert die Trinkwasserqualität

Eine sorgfältige Werkstoffauswahl ist essenziell für eine hygienische und langlebige Trinkwasserinstallation. Moderne Pressverbindersysteme aus Edelstahl, Kupfer oder Kunststoff ermöglichen sichere und dauerhafte Verbindungen. Durch die Einhaltung der technischen Regelwerke und die Berücksichtigung von Korrosionsrisiken lässt sich die Trinkwasserqualität langfristig erhalten. Viega bietet innovative Lösungen, die optimal auf die Anforderungen moderner Trinkwasserinstallationen abgestimmt sind – für maximale Langlebigkeit und Qualität.

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