Bestimmungsgemäßer Betrieb: Garant für Trinkwasserhygiene

Der bestimmungsgemäße Betrieb von Trinkwasserinstallationen ist eine grundlegende Voraussetzung, um den Erhalt der Trinkwassergüte zu unterstützen. Er umfasst alle Maßnahmen und Anforderungen, die es ermöglichen, dass Trinkwasser hygienisch einwandfrei bleibt – von der Inbetriebnahme über den Betrieb bis zur Instandhaltung der Trinkwasserinstallation.

Was bedeutet bestimmungsgemäßer Betrieb?

„Betrieb der Trinkwasserinstallation mit regelmäßiger Kontrolle auf Funktion sowie Durchführung der erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen für den betriebssicheren Zustand unter Einhaltung der zur Planung und Errichtung zugrunde gelegten Betriebsbedingungen. Eine über einen längeren Zeitraum (7 Tage nach EN 806-5) nicht genutzte Trinkwasserinstallation ist eine nicht bestimmungsgemäß betriebene Trinkwasserinstallation.“ (DIN 1988-200, Anhang B, B.1).

Die Betriebsbedingungen umfassen vor allem die regelmäßige Entnahme von Wasser an allen Entnahmestellen und damit die Sicherstellung eines ausreichenden Wasseraustauschs sowie die Einhaltung der vorgesehenen Temperaturgrenzen für Kalt- und Warmwasser. Nur so kann das Risiko von Stagnation und mikrobieller Belastung, wie etwa durch Legionellen, minimiert werden.

Der bestimmungsgemäße Betrieb einer Trinkwasserinstallation basiert auf den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.). Fachplaner und Fachhandwerker müssen durch eine fachgerechte Planung und Installation sicherstellen, dass dieser Betrieb mit minimalem Aufwand möglich ist. Im Lebenszyklus des Gebäudes ist der Betreiber dafür verantwortlich, die Anlage gemäß den a.a.R.d.T. und den Vorgaben der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) zu betreiben.

Die Herausforderungen in der Praxis

Risiko: unregelmäßige Nutzung

In der Praxis kann die Einhaltung des bestimmungsgemäßen Betriebs mit verschiedenen Herausforderungen verbunden sein. Ein häufiges Problem ist die unregelmäßige Nutzung von Trinkwasseranlagen, insbesondere in Gebäuden mit geringem Wasserverbrauch, wie Ferienwohnungen oder Bürogebäuden mit saisonaler Nutzung. Dies führt oft zu stagnierendem Wasser in den Leitungen, was das Risiko mikrobieller Belastungen erhöht.

Risiko: Trinkwassertemperaturen

Ein weiteres Problem sind unsachgemäße Temperaturen im System. Warmwassertemperaturen unter 55 °C oder Kaltwassertemperaturen über 20 °C schaffen ideale Bedingungen für die Vermehrung von Mikroorganismen wie Legionellen. Zusätzlich kann ein unzureichender Wasseraustausch dazu führen, dass sich Biofilme bilden und hygienische Probleme entstehen, insbesondere an Entnahmestellen, die selten genutzt werden. Diese Herausforderungen verdeutlichen, wie wichtig eine sorgfältige Überwachung und ein systematisches Management des Betriebs sind.

Wie wird der bestimmungsgemäße Betrieb sichergestellt?

Der bestimmungsgemäße Betrieb erfordert ein strukturiertes Vorgehen und klare Verantwortlichkeiten:

Regelmäßiger Wasseraustausch

Alle Entnahmestellen müssen regelmäßig genutzt werden, um stagnierendes Wasser und damit das Risiko mikrobieller Verunreinigungen zu vermeiden. Besonders in selten genutzten Bereichen ist eine wöchentliche Spülung wichtig, um die Trinkwassergüte zu erhalten.

Temperaturkontrolle

Warmwasser sollte konstant über 55 °C und Kaltwasser unter 20 °C gehalten werden, um das Wachstum von Legionellen und anderen Mikroorganismen zu verhindern.
 

Dokumentation und Wartung

Betreiber sind verpflichtet, den Betrieb und Wartungsmaßnahmen zu dokumentieren und sicherzustellen, dass die Anlage den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Technische Unterstützung

Automatisierte Systeme, wie elektronische Zirkulationsventile, können den Wasseraustausch und die Temperaturüberwachung unterstützen, insbesondere in komplexen Anlagen.

Warum ist der bestimmungsgemäße Betrieb so wichtig?

Der bestimmungsgemäße Betrieb ist der Schlüssel zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene. Er schützt die Gesundheit der Nutzerinnen und Nutzer vor mikrobiellen Risiken und chemischen Belastungen, wie sie durch Stagnation oder unzureichende Wartung entstehen können. Gleichzeitig sorgt er für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und minimiert potenzielle Haftungsrisiken für Betreiber.

Ein nicht bestimmungsgemäßer Betrieb kann schwerwiegende Folgen haben, von Gesundheitsgefährdungen durch Legionellen bis hin zu rechtlichen Konsequenzen bei Verstößen gegen die Trinkwasserverordnung. Daher ist die Einhaltung der Betriebsvorgaben nicht nur eine gesetzliche, sondern auch eine moralische Verpflichtung.

Unterstützung durch innovative Technologien

Effiziente Durchströmung

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Themenfeld: Trinkwasser-Wissen

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