Trinkwasserqualität – Sicher, sauber, zuverlässig
Was macht eine gute Trinkwasserqualität aus?
Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel – es muss jederzeit hygienisch und gesundheitlich unbedenklich sein. Doch welche Faktoren beeinflussen die Qualität des Trinkwassers, wie wird sie gemessen, und welche Grenzwerte sind einzuhalten?
Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) definiert klare Anforderungen an die Trinkwasserqualität in Deutschland. Sie legt Grenzwerte für mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter fest und stellt sicher, dass Trinkwasser stets den höchsten Hygienestandards entspricht.
Erfahren Sie hier, wie sich der Erhalt der Trinkwassergüte unterstützen lässt, welche Messindikatoren eine Rolle spielen und welche technischen Maßnahmen für eine sichere Trinkwasserversorgung notwendig werden können.
Grenzwerte und technischer Maßnahmenwert
Die Trinkwasserverordnung regelt die zulässigen Grenzwerte für mikrobiologische Parameter und definiert einen technischen Maßnahmenwert für Legionellen (Legionella spec.) von 100 KBE/100 ml. Dieser Wert wird in der Regel nicht erreicht, wenn die allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) eingehalten und die Trinkwasserinstallation fachgerecht betrieben wird. Bei Erreichen des Wertes liegen vermeidbare Umstände vor, die eine Besorgnis der Gesundheitsgefährdung oder gar eine Gesundheitsgefährdung erwarten lassen. Liegen technische Unzulänglichkeiten vor, so ist ein Auftreten von Krankheitserregern zu besorgen. Werden Krankheitserreger festgestellt, so ist eine technische Unzulänglichkeit zu besorgen.
Die Einhaltung der Grenz- und Maßnahmenwerte wird regelmäßig durch mikrobiologische Untersuchungen überprüft.
Wichtige mikrobiologische Grenzwerte:
Parameter | Grenzwert |
---|---|
Kolonienzahl bei 22°C und 36°C | 100/1 ml |
Pseudomonas aeruginosa | 0/100 ml |
Enterokokken | 0/100 ml |
Escherichia coli | 0/100 ml |
Coliforme Bakterien | 0/100 ml |
Clostridium perfringens | 0/100 ml |
Bestimmungsgemäßer Betrieb – die Basis sicherer Trinkwasserhygiene
Nur eine fachgerecht geplante, installierte und betriebene Trinkwasserinstallation gewährleistet eine gleichbleibend hohe Wasserqualität. Die allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) fordern einen bestimmungsgemäßen Betrieb, der durch regelmäßige Nutzung, Kontrolle und Instandhaltung sichergestellt wird.
Das bedeutet konkret:
✔ | Regelmäßige Wasserentnahme an allen Entnahmestellen |
✔ | Trinkwasser kalt darf eine Temperatur von 25°C nicht übersteigen |
✔ | Trinkwasser warm muss im gesamten Zirkulationssystem mindestens eine Temperatur von 55°C haben |
✔ | Regelmäßige Instandhaltung zur Vorbeugung (Vorsorgeprinzip) |
Grundvoraussetzungen für den bestimmungsgemäßen Betrieb
Nachhaltige Dokumentation
Die Instandhaltung umfasst Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Wartung und Inspektion dienen der Vorbeugung, indem Mängel frühzeitig erkannt und behoben werden. Falls bereits Auffälligkeiten aufgetreten sind, sind gezielte Maßnahmen zur Instandsetzung oder Sanierung zu ergreifen.
Regelmäßige Kontrollen
Schon in der Planungsphase müssen alle wichtigen Betriebsparameter festgelegt werden. Dazu gehört die Erstellung eines Raumbuchs nach VDI 6070, das die Nutzung der einzelnen Räume sowie den Umfang der Trinkwasserinstallation definiert. Zudem müssen Betriebsanweisungen, Instandhaltungs- und Hygienepläne bereits in der Ausführungsplanung erstellt werden, um den langfristigen Betrieb sicherzustellen.
Konsequente Instandhaltung
Eine Trinkwasserinstallation bleibt nur hygienisch einwandfrei, wenn sie regelmäßig auf Funktion und Mängelfreiheit überprüft wird. Änderungen im Betrieb oder bauliche Veränderungen können die Wasserqualität beeinträchtigen – daher sind Anpassungen oder Gegenmaßnahmen erforderlich, um die Trinkwasserhygiene aufrechtzuerhalten.
Schutzmaßnahmen gegen Verunreinigungen
Um eine mikrobiologische Kontamination in Trinkwasserinstallationen zu vermeiden, sind gezielte Schutzmaßnahmen erforderlich – insbesondere in sensiblen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen.
Bereits während des Transports und der Lagerung müssen alle Komponenten vor Verunreinigungen durch Schmutz oder Kleintiere geschützt werden. Dies erfolgt durch den Einsatz von Schutzkappen, luftdichten Behältnissen und hygienischer Lagerung. Auch während der Montage ist sicherzustellen, dass alle Rohrenden und Armaturen bei Arbeitsunterbrechungen wieder verschlossen werden, um eine Kontamination zu vermeiden.
Für Gebäude mit besonderer Nutzung – darunter Krankenhäuser, Seniorenwohnheime ist sogar ein Hygieneplan erforderlich. Dieser enthält klare Vorgaben zur Instandhaltung und Maßnahmen für den Störfall.
Weitere Schutzvorgaben umfassen die Reinigung und Desinfektion von Bauteilen mit sichtbaren Ablagerungen sowie die konsequente Einhaltung der technischen Regelwerke.
Ein regelmäßiger Wasseraustausch in selten genutzten Leitungen, wie Gäste-WCs oder Außenzapfstellen, ist essenziell, um Stagnation und Verkeimung zu verhindern. Planer und Fachbetriebe sind verpflichtet, Betreiber bei der Übergabe der Trinkwasserinstallation über die Notwendigkeit von Instandhaltungen und einen bestimmungsgemäßen Betrieb zu informieren und zu schulen.